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Haus Cato Bontjes van Beek
Mellener Strasse 28 · 12305 Berlin-Lichtenrade
Tel: 030/744 56 54 · Fax: 030/70 76 84 10
Link: http://www.haus-cato-bontjes-van-beek.de/
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Das Haus Cato Bontjes van Beek wurde 2002/2003 erbaut, um für
die nahegelegene
Käthe-Kollwitz-Grundschule einen Hort betreiben zu können,
der für die Schüler gut
und gefahrlos zu erreichen ist. Für sechzig Schüler stehen
das Haus, ein Nebengebäude
mit Werkraum und ein großer Garten (insgesamt ca. 1200 qm)
zur Verfügung. Der
Schülerladen wird seit seiner Eröffnung durch den gemeinnützigen
Verein „Initiative
für Kindertagesbetreuung Stadtindianer“, Mitglied im
paritätischen Wohlfahrtsverband,
geleitet.
Die Namensgeberin des Hauses, Cato Bontjes van Beek, wurde als junge
Frau von
zweiundzwanzig Jahren nach elfmonatiger Haft, die sie während
sieben Monaten in der
Todeszelle verbrachte, am 5. August 1943 zusammen mit fünfzehn
anderen Mitangeklagten,
darunter zwölf Frauen, in Berlin-Plötzensee hingerichtet,
weil sie der Widerstandsgruppe
um Harro Schulze-Boysen (von den Nazis Rote Kapelle genannt) angehörte
und an der
Herstellung und Verbreitung von Flugblättern beteiligt war,
die sich gegen Hitler und sein Unrechtsregime richteten.
Cato Bontjes van Beek entstammt der Fischerhuder Künstlerfamilie
Breling/Bontjes van
Beek und wuchs in einer weltoffenen und freien Umgebung auf, die
sie geprägt hat und
ihr den Mut und die Kraft verlieh, mit ihrem starken Gefühl
für Gerechtigkeit und Verant-
wortung einem System von Unrecht und Gewalt entgegenzutreten. Ihr
Leben, ihre Ge-
schichte kann den heranwachsenden Kindern Impulse geben, in sich
selbst den Mut zu
entwickeln, kein Unrecht zuzulassen und zu helfen, wo sie gebraucht
werden.
Das Haus Cato Bontjes van Beek bietet die Möglichkeit, Veranstaltungen
in kleinerem
Rahmen (Kammermusik, Lesungen o.ä.) durchzuführen. Dafür
steht ein Raum von ca.
65 qm Grundfläche zur Verfügung, der ca. 80 Personen Platz
bietet. Der Eintritt ist frei,
Spenden sind jedoch willkommen und unterstützen die Arbeit
der IKT Stadtindianer. Falls
Sie Informationen über künftige Veranstaltungen erhalten
wollen, bitten wir Sie, uns Ihre
Anschrift/E-mail an die untenstehende Adresse/E-mail zu übermitteln.
Literatur zu Cato Bontjes van Beek:
Manfred Flügge: Meine Sehnsucht ist das Leben. Aufbau-Verlag
1996 (vergriffen).
Heidelore Kluge: Cato Bontjes van Beek – „Ich will nur
eins sein und das ist ein Mensch“.
Urachhaus 1995.
Hermann Vinke: Cato Bontjes van Beek, Ich habe nicht um mein Leben
gebettelt.
Ein Porträt. Arche 2003.
Anne Achtenhagen, Johannes Schmock, Saalower Strasse
19a, 12307 Berlin,
Tel. : 744 56 54, Fax: 707 68 410,
E-Mail: anne.achtenhagen@gmx.de
und Johannes.schmock@hotmail.de
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| "Ich
habe nicht um mein Leben gebettelt"
Cato Bontjes van Beek war 22 Jahre alt, als Sie als "Hochverräterin"
1943 ermordet wurde.
Cato Bontjes van Beek war 20 Jahre alt, sie lebte
in
Berlin, und sie war mutig. Sie wusste, wann französische Kriegsgefangene
mit der S-Bahn transportiert wurden.
Wartete auf das Klappern ihrer Holzpantinen, steckte
ihnen blitzschnell Nachrichten zu, Zigaretten, Seife, Handschuhe.
Über Freunde lernte die junge Keramikerin
1940 einige Mitglieder einer Widerstandsorganisation
um den Offizier im Luftfahrtministerium Harro Schulze-
Boysen und den Ökonomen Arvid Harnack kennen,
zumeist Berliner Arbeiter und linke Intellektuelle. Schon
seit 1933 waren sie aktiv.
Sie waren die "Rote Kapelle". Unter diesem Namen
ermittelte die Gestapo gegen einen angeblich riesigen sowjetischen
Spionagering in Westeuropa und
Deutschland.
In Deutschland wurden ab Sommer 1942 mehr als 120
Mitglieder der "Roten Kapelle" verhaftet, 45 wurden hingerichtet.
Was hatten sie wirklich getan? Sie hatten
Plakate an Hauswände geklebt: "Das Nazi-Paradies.
Krieg-Hunger-Lüge-Gestapo - Wie lange noch?" Hatten Hunderte
Flugschriften per Post verschickt. Sie hatten
Juden geholfen, NS-Verbrechen dokumentiert, "Feind-
sender" abgehört und Angehörige über den Verbleib
ihrer kriegsgefangenen Söhne und Männer informiert.
Die Widerstandsgruppe hielt auch Kontakt zu Agenten
des sowjetischen Geheimdienstes NKWD und warnte sie
vor Hitlers Angriff auf die Sowjetunion. 1941 wurde sie
mit Funkgeräten ausgestattet, um Informationen über
den Kriegsverlauf nach Moskau zu funken. Die meisten
dieser Geräte gingen rasch kaputt. Es gelang ihnen, einen einzigen
Testspruch abzusetzen: "Tausend Grüße allen Freunden!"
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Rückwärtige Ansicht

Schriftzug |
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Auch Cato Bontjes van Beek und die hochschwangere Versicherungsangestellte
Hilde Coppi
wurden als "bolschewistische Hochverräter" zum Tode
verurteilt. Den Gnadenerweis lehnte
Hitler ab. Im Gefängnis gebar Hilde Coppi ihren Sohn Hans.
Er war acht Monate alt, als sie
sich am 2. August 1943 von ihm verabschieden musste. Ihr Mann Hans
hatte versucht, nach
Moskau zu funken. Er war bereits am 22. Dezember 1942 hingerichtet
worden.
"Ich habe nicht um mein Leben gebettelt"
Am frühen Abend des 5. August 1943 wurden ab 19.00 Uhr im Drei-Minuten-Takt
16 Männer
und Frauen der "Roten Kapelle" in Berlin- Plötzensee
hingerichtet, darunter auch Hilde Coppi
und Cato Bontjes van Beek. "Ich habe nicht um mein Leben gebettelt",
sagte sie. "Lebe wohl,
behalte mich lieb", schrieb sie wenige Stunden vor ihrem Tod
an ihren Bruder. Dem Gefängnis-
pfarrer zeigte sie lächelnd ihren tintenbeklecksten Finger.
Aufrecht, ohne Zögern, betrat sie
um 19.42 Uhr die Hinrichtungskammer. Cato Bontjes van Beek wurde
22 Jahre alt.
Katja Gloger
Auszüge aus der stern-Serie:
Das Attentat auf Hitler
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